Patenkind Marcela

Mehr über Marcela

Lebensbedingungen Kind Nr. 126 – 035 ( MARCELA )

MARCELA ist ein braunhäutiges Mädel mit dunkelbraunen krausen Haaren und fast schwarzen Augen.
Sie ist ein aufgeschlossenes, geistig bewegliches Mädel und erscheint intelligent, denn es ist ungewöhnlich dass ein 10 jähriges Mädel bereits in der 5. Klasse ist um so mehr da die Eltern auch nicht das Geld haben, ihr die notwendigen Schulbücher und das Schulmaterial zu kaufen. Ganz besonders schwierig ist es deshalb, weil sie einen Schulweg hat, der zwei Stunden ist – zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück- dabei hat sie einen sehr großen Höhenunterschied zu überbrücken. Da sie oft ohne etwas gegessen zu haben in die Schule gehen muss – es ist oft nichts vorhanden zu Essen kann man sich vorstellen, wie strapaziös der Tag für sie ist. Hinzukommt, dass bei Nachmittagsstunden sie die Schule um 16.30 Uhr verlässt und erst bei völliger Dunkelheit zu hause ankommt.
Nur wenn sie in einem Internat der Vereines aufgenommen werden könnte, hätte sie die Möglichkeit auch die in der Oberstufe weit höheren Ansprüche zu erfüllen.

Kinder aus dem Heim Nr. 125Gesundheitlich hat sie die gleichen Probleme wie sie die meisten der in Armutsfamilien aufwachsenden Kinder haben. Durch die Mangelernährung hat der Körper keine Widerstandskräfte gegen Infektionen und so erkrankt sie sehr leicht. Sie ist, wie ihre Geschwister stark verwurmt durch das verseuchte Trinkwasser, das die Familie aus einem Wasserloch aus großer Entfernung herbeitragen muss und das ungefiltert getrunken wird. So hat sie oft schmerzhafte Unterleibskrämpfe wenn ihre Krisen kommen – in Verbindung mit Brechdurchfällen, die bei den beiden kleinen Geschwistern noch lebensgefährlich sind wegen der Gefahr der körperlichen Austrocknung.

Der Vater ist Landarbeiter. Diese Region liegt in der Trockenzone Brasiliensund oft regnet es für 10-12 Monate gar nicht, sodass die Grundbesitzer dann keine Arbeit zu vergeben haben – oder die Löhne gnadenlos drücken können. Wegen fehlender Arbeit verdingte sich der Vater schon als Zuckerrohrschneider in Südbrasilien- 3000 km weiter südlich für die Erntezeit. Aber auch dort ist der Lohn so niedrig, dass er fast nichts nach Hause schicken konnte, weil er ja auch selbst leben musste. – Als einer der wenigen Wanderarbeiten kehrt er zurück. Die meisten suchen sich dann andere Frauen, weil sie das Fahrgeld des Autobusses für die Rückfahrt nicht mehr aufbringen können – die Hinfahrt ist kostenlos und wird durch die Großgrundbesitzer bezahlt. Nun hat er sich einen kleinen eigenen Acker urbar gemacht, für dessen Pacht er die Hälfte der Ernte dem Besitzer geben muss – Er hat allerdings nicht bedacht, dass auch er der Trockenheit ausgesetzt ist – und nun hat er in den beiden letzten Jahren auch noch die ganze Saat verloren und überhaupt nichts geerntet. – Nun lebt die Familie von Tagelöhnerarbeiten und hofft auf Regen – Die Mutter- 27 Jahre alt ist wiederum schwanger. – Die Familie erhält pro Kind einen Zuschuss für die Schulunkosten von 3 Euro – aber dieses Geld benötigt die Familie um sich etwas zum Essen kaufen zu können. So leben sie von Maniokmehl und Reis.
Sie leben sehr bescheiden in einer Hütte ohne Toilette – ohne Wasser, gekocht wird auf offener Flamme innerhalb der Hütte – dennoch ist alles immer sehr sauber und geordnet. – Diese Familie ist eine heile Familie – und deshalb bittet die Heimleitung auch sehr, einen Paten zu finden und damit MARCELA eine Chance zu ermöglichen mithilfe einer eigenen Schulausbildung später ihren Eltern, die Analphabeten sind und keinen Beruf haben in der Zukunft zu helfen.

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