Weltmeisterliche Eröffnung
Seit gestern können die Jungs und Mädchen des Konrad-Adenauer-Schulzentrums auch offiziell auf einem modernen Mini-Spielfeld dem Fußball hinterherjagen.
hobö • Wenden Als er seinen größten sportlichen Erfolg feierte, lebten sie noch gar nicht. Und dennoch feierten und umjubelten gestern die Schüler der Wendener Haupt- und der Realschule den ehemaligen Weltklasse-Fußballer Andreas Brehme euphorisch. Sie umlagerten den Weltmeister von 1990 derart, dass sich dieser nach getaner Arbeit kaum den Weg zum Auto bahnen konnte, erst als Lehrer den Weg frei gemacht hatten, konnte er gen Berlin aufbrechen. Autogramme vermochte der DFB-Botschafter fast gar nicht zu geben, da zu viele Wünsche an ihn herangetragen wurden. Wermutstropfen diesbezüglich: Brehme hatte nur 150 Autogrammkarten mitgebracht. Über deren Verteilung dürfen sich nun die beiden Schulleitungen den Kopf zerbrechen.
Andreas Brehme war gestern nach Wenden gereist, um die offizielle Eröffnung des DFB-Mini-Spielfelds am Konrad-Adenauer-Schulzentrum vorzunehmen. Wie mehrfach berichtet, hatte sich die Gemeinde Wenden als Trägerin der beiden Schulen um ein solches Feld beworben. Im Kreis Olpe erhielten neben Wenden das Schulzentrum in Altenhundem, die Grundschule Halberbracht und die Hauptschule Finnentrop einen Zuschlag. Die Zusage des größten nationalen Fußballverbandes der Welt war keine Selbstverständlichkeit, denn allein aus dem westfälischen Verbandsgebiet hatten sich 257 Antragsteller um die Vergabe eines solchen „Spielplatzes“ beworben, und bundesweit gingen sogar über 5000 Bewerbungen für die 1000 Spielfelder ein.
Seit Juni wird das Spielfeld bereits genutzt – und das sehr rege. Fast zu jeder Zeit befinden sich Spieler und Spielerinnen auf dem Areal. Da das Spielfeld auch außerhalb der Schulzeiten benutzt werden kann, ebbt das Interesse auch in den Nachmittags- und Abendstunden nicht ab.
Vor der offiziellen Inbetriebnahme trugen die siebten Klassen der Haupt- und der Realschule ein kleines Turnier aus, an dessen Ende die Realschüler siegten. Dies war der stimmungsvolle Einstieg, denn als Andreas Brehme mit Bürgermeister Peter Brüser, Pastor Martin Eckey und den Schulleitern Horst Schlabach (Realschule) und Joachim Winkelmann (Hauptschule) den Kunstrasen betrat, säumten mehrere hundert Schüler das Spielfeld.
Die Gemeinde habe bereits an die Erstellung eines solchen Platzes in Eigenleistung gedacht, erinnerte Bürgermeister Brüser. Er sei aber dankbar, dass der DFB nun die Finanzierung der Anlage bezu-schusst habe. Für die Vorarbeiten musste die Gemeinde Wenden dennoch rund 25000Euro aufbringen. Der DFB finanzierte alle Kosten, die das Spielfeld oberhalb des „aufbereiteten“ Grundstücks verursachte. Brüser appellierte an die Schüler, pfleglich mit der neuen Einrichtung umzugehen, damit sie lange halte. Überdies ist die Gemeinde gefragt, wenn Reparaturen anstehen.
Andreas Brehme wies darauf hin, dass die Spielfelder aus den Mehreinnahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 finanziert würden. „Nutzt das Feld aus“, appellierte der 47-jährige gebürtige Hamburger. Er selbst hätte als Jugendlicher leider nur auf roter Asche trainieren können. „Ich hoffe, dass wir irgendwann einen Mehmet Scholl oder Lothar Matthäus aus Wenden im Spitzenfußball begrüßen dürfen.“
Der Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), Benno Ittermann, bat die Kinder und Jugendlichen darum, sich auf dieser Anlage das Rüstzeug für eine fußballerische Karriere zu holen. Ittermann hat übrigens eine besondere Beziehung zur Gemeinde Wenden, verbrachte er doch geraume Zeit während des Zweiten Weltkriegs bei der Familie Avenarius in Gerlingen. Der evangelische Pastor Martin Eckey bat anschließend für das Spielfeld um Gottes Segen. Eine Segnung von katholischer Seite war aus terminlichen Gründen gestern nicht möglich.
Bemerkenswert war bei der offiziellen Inbetriebnahme, wie unterschiedlich Weltmeister Andreas Brehme empfangen und begrüßt wurde. Ein junges Mädchen fragte unverblümt: „Wie viel Geld hast Du?“ Während der 47-Jährige Ex-Nationalspieler ansonsten sehr auskunftsfreudig war und auch im nachfolgenden Gespräch bei Kaffee und einigen Leckereien nahezu kumpelhaft Auskünfte erteilte, blieb er die Antwort auf vorgenannte Frage schuldig.
Unklar ist auch, ob er seine neue Mitgliedschaft nutzt. Denn der Vorsitzende des Fußball-Kreisligisten FC „Sportfreunde“ Möllmicke, Thomas Koch, überreichte Brehme eine auf ein Jahr befristete Mitgliedskarte. Mit dieser „Jahreskarte“ mit der Nummer 96 kann der Fußballer Italiens von 1989 nun ein Jahr kostenlos die Spiele der „Sportfreunde“ verfolgen ….