hobö • Fußball-Fans vergessen diese Szene nie, als Andreas Brehme in der 86. Minute im Finale der Fußball Weltmeisterschaft 1990 das runde Leder auf den Elfmeterpunkt des Olympiastadions in Rom legte, trotz der minutenlangen wütenden Proteste der argentinischen Kontrahenten die Ruhe behielt und den Ball schließlich eiskalt am gegnerischen Torhüter Goycochea vorbei ins linke Eck bugsierte.
Dank dieses verwandelten Elfmeters zum l:0-Endstand wurde die Deutsche Nationalmannschaft zum dritten und bislang letzten Mal Fußball-Weltmeister. Andreas Brehme schoss sich mit diesem Treffer in die Ruhmeshalle des deutschen Fußballs. Und Anfang September kommt der Weltmeister nach Wenden. Anlass dafür ist die offizielle Eröffnung des DFB-Minispielfeldes am Konrad-Adenauer-Schulzentrum. Insgesamt sponsert der Deutsche

Fußball-Bund (DFB) 103 dieser Kunstrasenprojekte in Westfalen. Im Kreis Olpe erhielten die Olper Hakemicke-Hauptschule, die Christine-Koch-Schule Halberbracht und das Wendener Schulzentrum den Zuschlag. Diese Zusage des größten nationalen Fußballverbandes der Welt war keine Selbstverständlichkeit, denn aus dem westfälischen Verbandsgebiet hatten sich 257 Antragsteller um die Vergabe eines solchen „Spielplatzes” beworben, und bundesweit gingen sogar über 5000 Bewerbungen für die 1000 Spielfelder ein.

Der DFB hatte diese Idee zur Förderung des Nachwuchses angestoßen und investiert aus dem Gewinnüberschuss der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 rund 21 Mil1. Euro für die Spielfelder. Generalunternehmer des DFB ist die bayerische, Firma Polytan in Burgheim an der Donau. ‘ Buchstäblich in den Schoß gefallen ist die Anlage der Wendener Bildungseinrichtung jedoch nicht. Die Gemeinde Wenden als Trägerin des Schulzentrums hatte im Frühjahr 2007 von dem Projekt des DFB erfahren und unmittelbar einen Antrag gestellt. Im Januar dieses Jahres erfolgte dann die Zusage. Danach war zügiges Handeln gefragt, denn die Kommune hatte Vorarbeiten zu erledigen, ehe die Firma Polytan das Spielfeld anlegen konnte.

In den Osterferien entfernte der gemeindliche Bauhof den Asphalt, bevor ein Tiefbauunternehmen weitere Vorbereitungen bis zum 2. Mai erledigte. Die bayerische Spezialfirma verlegte anschließend den Kunstrasen mit Gummigranulatfüllung und baute die Banden, Tore sowie die Ballfangzäune auf. Die Mini-Spielfelder haben eine Größe von 13 mal 20 Metern. Für die Vorarbeiten musste die Gemeinde Wenden rund 25 000 Euro aufbringen. Der DFB finanzierte alle Kosten, die das Spielfeld oberhalb des „aufbereiteten” Grundstücks verursachte.

Der im Schulzentrum beheimateten Haupt- sowie der Realschule wurde die Erlaubnis erteilt, das Spielfeld schon vor der offiziellen Inbetriebnahme zu nutzen. Gleichwohl fiebern die Fußball-Fans der Eröffnung entgegen.

Schließlich kommt mit Andreas Brehme zwar ein inzwischen ehemaliger Fußball-Profi nach Wenden, dafür aber einer von Weltklasse-Format. Brehme war nicht nur Fußball-Weltmeister, sondern auch Vize-Weltmeister (1986), Vize-Europameister (1992), dreimal Deutscher Meister, einmal Deutscher Pokalsieger, gewann den UEFA-Pokal und wurde auch Italienischer Meister. Er war als Profi für den FC Saarbrücken, 1. FC Kaiserslautern, FC Bayern München, Inter Mailand (Italien) und Real Saragossa (Spanien) aktiv. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 4. September, ab 11 Uhr statt.

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