Zehn „Schulen der Zukunft“
Zehn weitere „Schulen der Zukunft“ gibt es seit gestern in Nordrhein-Westfalen.
win • Im feierlichen Rahmen überreichte im Förderschulzentrum auf dem Kimicker Berg in Olpe der stellv. Landrat des Kreises Olpe, Dietmar Meeser, Urkunden und Zertifikate an die Vertreterinnen und Vertreter von neun Schulen aus dem Kreis Olpe und der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Eiserfeld als einziger Schule aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Im ganzen Land werden 231 Schulen ausgezeichnet. Sie dürfen sich nun „Schulen der Zukunft“ nennen und dies durch Schilder, Fahnen und Urkunden zeigen.
Nach einem musikalischen Auftakt die Bläserklasse der Olper Hakemicke-Hauptschule intonierte die Europa-Hymne – begrüßte Meeser die Gäste im Foyer des Förderschulzentrums. Wie in der Wirtschaft, seien die Schulen nun auch zertifiziert, erklärte der stellv. Landrat. Ziel des Wettbewerbs sei, die Anliegen der „Agenda 21″ umzusetzen. Die Projekte der Schulen hätten dazu beigetragen, die Region als lebenswerten Arbeits- und Lebensraum zu erhalten. „Die Auszeichnung soll Ansporn sein, weiterzumachen und andere Schulen zu motivieren, ebenfalls teilzunehmen.“
Als Sprecher der Sponsoren ergriff Tonis Arens von den Lister- und Lennekraftwerken (LLK) in Olpe das Wort. „Wir als Energieversorger begrüßen ausdrücklich die Teilnahme der Schulen. Wir sind der Überzeugung, dass gerade junge Menschen zum verantwortungsvollen Umgang mit Energie gebracht werden können.“ Die bevorstehende Ressourcenverknappung werde gerade diese Generation zu spüren bekommen. Als Zeichen des Dankes werde die jeweilige Einrichtung für ein Jahr mit dem aus Wasserkraft erzeugten „Bigge-Natur“-Strom versorgt, und zwar zum günstigeren Regeltarif. Die Mehrkosten würden von den Stadtwerken Olpe und den LLK übernommen und für Umwelt-Projekte eingesetzt.
Die Starkregenfälle der vergangenen Tage nahm Schulrat Michael Olberts zum Anlass, aufzuzeigen, wie wichtig Arten-und Klimaschutz seien. 15 Schulen aus dem Kreis Olpe und eine aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein hätten sich 2006 aufgemacht, ihrer Verantwortung für die Schöpfung nachzukommen. Sieben davon seien nun am Etappenziel angekommen. 60 Schulen gebe es im Kreis Olpe – für die übrigen solle die Auszeichnung Motivation sein, ebenfalls am „Agenda 21″-Prozess teilzunehmen.
Abschließend ergriff Andrea Niehr als Leiterin der Max-von-der-Grün-Förderschule Olpe das Wort. Sie betonte, dass in den Preisträgerlisten vier Schulen aus dem Förderschulzentrum Olpe zusammengefasst worden seien, es sich aber um vier eigenständige Schulen handele, so dass es in Wirklichkeit neun Schulen aus dem Kreis Olpe seien. Die Auszeichnung sei für die Schulen des Förderschulzentrums kein Signal, die Initiative zu beenden. „Wir sind gerade dabei, zusammen mit dem Forstamt einen behindertengerechten Wanderweg zu schaffen. Unser großer Traum ist eine Fotovoltaikanlage auf unseren riesigen Dächern. Der Antrag liegt schon lange beim LWL“, sie hoffe, dass die Auszeichnung den Vorgang nun beschleunige.
Anschließend waren die Gäste zum „Markt der Möglichkeiten“ geladen. Dabei stellten die Schulen ihre Umweltprojekte vor. Die Hauptschule Hakemicke aus Olpe etwa hatte das Flussnetzwerk Bigge-Lenne untersucht, Schüler zu Energiescouts ausgebildet oder einen Schulgarten angelegt.
Das Gymnasium der Stadt Lennestadt betreibt einen Eine-Welt-Laden und ist seit Jahren engagiert, Straßenkindern in Brasilien zu helfen. Die Herrnscheid-Hauptschule Drolshagen hat sich mit Projekten wie der Rettung von Kitzen oder der Pflege einer eigenen Teichanlage beschäftigt. Die Wendener Konrad-Adenauer-Hauptschule zeigte an ihrem Stand, wie das eingeschleppte Springkraut an Gewässern beseitigt werden kann.
Die Max-von-der-Grün-Schule, die Michael-Ende-Schule sowie die Förderschulen Hören und Sehen, alle im LWL-Förderschulzentrum Olpe untergebracht, haben sich mit den Themen „Energie und Wasser sparen“, „Müll vermeiden oder sortieren“ und der Unterstützung einer Partnerschule in Indien befasst.
Die St.-Nikolaus-Grundschule Grevenbrück beschäftigte sich mit der Gewässergütebestimmung der Veischede. Und an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule aus Eiserfeld ist aus einem Projekt „Lebensräume für Mensch und Tier“ eine ganze Reihe von Projekten erwachsen. Sie reichen von der Anlage eines Naturgartens bis zur Beschäftigung mit nachwachsenden Rohstoffen – in jüngster Zeit verstärkt das Thema „Biosprit“.