Sterne stehen wieder gut für Solaranlage auf Schuldach
Wenden. Für die auf dem Konrad-Adenauer-Schulzentrum geplante Solaranlage gehen die Lichter doch noch nicht aus. Mehr noch: Die Sterne stehen wieder gut. Entgegen der skeptischen Haltung der Verwaltung in der Vorlage des Rates gibt es nun wieder einen kräftigen Silberstreif am Horizont.
Zur Vorgeschichte: Bei einer Enthaltung hatte der Rat im Juni einen Grünen-Antrag beschlossen, neben der vorhandenen 10-Kilowatt-Photovol-taikanlage der Arbeitsgemeinschaft SolarSchulDach eine weitere 30-Kilowatt-Anlage auf dem Dach zu errichten (WP berichtete). Die Anlage sollte 150000 Euro kosten. Dieser Betrag aus der Rücklage sollte sich nach zehn Jahren durch die Einspeisevergütung amortisiert haben. Danach würde gar das Gemeindesäckel klingeln.
Doch zwei Monate später sah die von den Grünen propagierte Solaranlage für die Verwaltung alles anderes als rosarot aus. Grund: der Wegfall der Fördermittel des Bundes für Solarkraftwerke auf Schulen ab 1. Juli 2005, die
durch die Haushaltssperre auf Eis gelegten Fördermittel des Landes und die wegen der starken Nachfrage gestiegenen Kosten für die Anlage, Vier eingeholte Angebote lägen zwischen 162 400 und 171 000 Euro, die Gesamtkosten (Leitungsverlegung, Montage etc.) würden sich auf 180 000 bis 200 000 Euro belaufen. Folge: Die Anlage würde sich frühestens in 15 Jahren amortisieren. Der Bürgermeister empfahl dem Rat deshalb, die Anlage erneut zu überdenken.
Dies taten die Parlamentarier am Mittwochabend. Er hätte gerne gesehen, wenn die Anlage bereits installiert wäre, so Grünen-Chef Elmar Holterhof. Zwar hätten sich die Rahmenbedingungen geändert und es gäbe 27 000 Euro an Bundes- und Landesmitteln weniger, doch seien diese Zuschüsse ohnehin nicht eingerechnet gewesen. Im Gegensatz zur Verwaltung hätten die Grünen mit Firmen gesprochen, die die Anlagen zwischen 10 000 und 15 000 Euro günstiger anbieten würden, so Holterhof. Zudem wolle die AG SolarSchulDach 5 000 Euro beisteuern. Der Beschluss solle geändert und einer außerplanmäßigen Ausgabe bis 180 000 Euro zugestimmt werden. „Außerdem bauen wir die Anlage ja nicht nur um finanziellen Gewinn zu erzielen, sondern auch wegen des ökologischen Nutzens“, sagte Holterhof.
„Ich bin weiterhin dafür. Wir werden im Laufe der Zeit immer noch Geld verdienen. Es ist eine Investition in die Zukunft“, meinte Robert Dornseifer (SPD).
Die Zeit drängt, denn sollte die Anlage nicht mehr bis Ende dieses Jahres ans Netz gehen, würden 10 000 Euro an Einspeisevergütung wegbrechen. Andererseits könnte es sein, dass die Anlagen im kommenden Jahr wieder günstiger werden.
Ludger Wurm (CDU) sprach von vielen Unwägbarkeiten und machte folgenden Vorschlag, den der Rat bei einer Enthaltung beschloss: Die Verwaltung erstellt einen Kostenplan mit einer Amortisationsberechung, und dann wird ein Dringlichkeitsbeschluss gefasst.