Wendener Hauptschüler tauschten die Klassenzimmer mit Produktionshallen
Wenden. Drei Wochen lang tauschten Neunt- und Zehntklässler der Konrad-Adenauer-Hauptschule Wenden ihre Klassenräume mit Produktionshallen. In den verschiedensten Betrieben im Raum Wenden und Olpe, aber auch in Siegen, leisteten sie ihr Praktikum ab.
Praktika gehören heute zu allen Schulformen. Die Hauptschule verlangt von ihren Schülern zwei Praktika, an der Konrad-Adenauer-Schule sind es sogar drei.
Das erste Praktikum,“Schnupperpraktikum“ genannt, soll den Schülern einen ersten Einblick ins Berufsleben geben. Das zweite Praktikum, das in einem anderen Berufsfeld abzuleisten ist, dient der Orientierung, soll den Schülern einen weiteren Beruf nahe bringen.
Im letzten Praktikum, dem Entscheidungspraktikum, haben die Schüler die Möglichkeit, noch ein drittes Berufsfeld kennen zu lernen oder zu überprüfen, ob einer der zuvor getesteten Berufe für die eigene Berufswahl tatsächlich in Frage kommt. An der Konrad-Adenauer-Hauptschule haben Praktika einen hohen Stellenwert, da sie den Schülern helfen, einen Bezug zwischen Schule und Arbeit herzustellen. Im Werkzeugbau oder in der Backstube etwa entdecken Schüler, dass der Dreisatz nicht von Lehrern ausgedacht wurde, um Schüler zu plagen, sondern dort alltäglich Anwendung finden. Gleiches lässt sich auf andere Fächer übertragen.
Schüler sehen beim Praktikum im Betrieb auch, dass Tugenden wie Pünktlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Zuverlässigkeit und Sorgfalt, die sie in der Schule manchmal in Frage stellen, im Beruf nicht nur selbstverständlich sind, sondern auch mit Nachdruck eingefordert werden.
Besondere Bedeutung hat das Praktikum für die Lehrstellensuche. Betriebe lernen junge Menschen kennen, die vielleicht für eine Ausbildung in Frage kommen. So erhält mancher Praktikant der Wendener Gemeinschaftshauptschule am Ende bereits ein Ausbildungsplatzangebot.