admin | Veröffentlicht am Donnerstag, 11. Januar 2001 in Westfalenpost. | | Print This Post Print This Post

Wenden, (rudi) Der Bus rollt an. Noch bevor er zum Stehen kommt, läuft eine ganze Schülerschar wie auf Kommando los. Das Gedrängel ist groß, jeder möchte einen Sitzplatz. So oder ähnlich spielt sich das fast täglich vor heimischen Schulen ab. Im Konrad-Adenauerschulzentrum soll sich das ändern. Schülerlotsen sollen schon bald für mehr Sicherheit rund um den Schulweg sorgen.

„Wir sind ohne große Hoffnungen nach Sundern gefahren“, waren sich Hauptschulleiter Michael Olberts und Schulamtsleiter Michael Grebe einig, als sie über ihren Besuch im dortigen Schulzentrum berichteten, das bereits seit mehreren Jahren mit Schülerlotsen arbeitet. Umso überraschter waren die beiden, als sie den reibungslosen Ablauf beim Ein und Aussteigen in die Busse beobachteten.

Auch in Wenden soll diese Ordnung nun einkehren. 40 Schülerinnen und Schüler aus der achten bis zehnten Klasse sollen für mehr Sicherheit am Busbahnhof und an den Haltestellen in den Heimatorten Sorge tragen – notfalls, indem das Fehlverhalten der rund 750 Kameraden sanktioniert wird. Diese „Strafen“ reichen vom Vorsprechen beim Schulleiter oder der Gemeinde bis zum Entzug der Fahrkarte.


Schule für Lotsen

Zunächst müssen die Lotsen allerdings geschult werden. Knut Friedrich von der örtlichen Polizei sowie Michael Klein von der Kreispolizeibehörde bilden die freiwilligen Teilnehmer in insgesamt sechs Treffen aus. „Wir alle sind genauso gespannt wie ihr“, erklärte Michael Olberts den Schülern und sicherte ihnen gleichzeitig „Rückendeckung“ zu. Es sei schon jetzt klar, dass die Lotsen bei eventuellen Ahndungen von ihren Kameraden angegangen würden. Deshalb erhofft sich Olberts vor allem seitens der Eltern Unterstützung für das Pilotprojekt.

„Ihr müsst euch darüber bewusst werden, dass ihr in Zukunft absolute Vorbilder seid“, machte Olberts den Teilnehmern klar. Das Engagement soll unter anderem mit einem Vermerk auf dem Zeugnis belohnt werden, der den Schülern den Weg in die Arbeitswelt ebnen soll. Obwohl das Projekt von vielen Seiten kritisch betrachtet wird, sehen sowohl Olberts als auch Grebe der Sache positiv entgegen.

Ab 19. Januar wird es ernst: Mit der „Generalprobe“ wird eine neue トra eingeläutet. Nur die Lotsen dürfen dann noch den rotmarkierten Bereich zwischen Bus und Bordstein betreten. Jede der acht Haltestellen wird von zwei Lotsen betreut. Erst wenn alle Kinder und Jugendlichen sich in „Reih und Glied“ vor dem Gefährt formiert haben, geben die Lotsen dem Busfahrer das Zeichen, die vordere Tür zu öffnen. Jeder muss dann seine Fahrkarte zeigen. Eva Kalbach, bei der Gemeinde für die Schulwegsicherung zuständig, wird den Ablauf beobachten.

Skeptisch steht das Fahrpersonal dem Vorhaben gegenüber, so VWS-Betriebsstellenleiter Hartmut Kunert. Das Gegenteil zu beweisen, liegt nicht nur im Interesse der Gemeinde. „Alle Schulen des Kreises Olpe gucken zur Zeit nach Wenden“, so Olberts. Ist das Projekt erfolgreich, wollen auch andere Städte und Gemeinden die Lotsen einführen.

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