admin | Veröffentlicht am Mittwoch, 20. November 1991 in Westfälische Rundschau. | | Print This Post Print This Post

Wenden, (sil) Fußball- und bundesligaverrückt ist nicht jeder in der Wendener Hauptschule ist jedoch eine konzentrierte „Fan-Dichte“ festzustellen. Die Marotte des Tippens veranlaßte Lehrer vor zehn Jahren, wöchentlich im internen Kreis zu wetten. Nachdem Regeln und Bestimmungen ausgefeilt worden waren, wurde das unorganisierte Treiben beendet und der „Verein zur Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen“, kurz: VzPzB, gegründet. Der geneigte Leser merkt es schon: Ganz so ernst wollen die Herren Lehrer nicht genommen werden. Doch fraglos sind die „Bildungsfahrten“, die aus dem Jackpot der wöchentlichen Tip-Einsätze finanziert werden, ein geeigneter Rahmen, ihr Hauptanliegen zu realisieren, nämlich die Pflege der zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Fahrten werden generell höchsten kulturellen Ansprüchen wie der Spielkultur, von Fußballvereinen, Eß- und Trinkkultur, Braukultur und Gesangskultur gerecht.


Der VzPzB hat heute 15 „ehrenwerte Mitglieder“, die sich ihre Pöstchen und トmter selbst kreierten. Da gibt es den „Copier“ und den „Hymnenausschuß“, den „Oberfinanzrat“ und, nicht zu vergessen, den „Wappen-und Wimpelausschuß“. Zu ihrem zehnten Geburtstag beglückten die Lehrer auch ihre Schüler: Damit diese nicht vom Fleisch fallen, pflanzten die Pädagogen gestern auf dem Schulgelände einen Birnbaum. „Pflaumen brauchen wir nicht, die sind wir ja selber“, begründete der Präsident der Anfangsstunde, Raimund Clemens, die Wahl der Obstart. Anerkennung von höchster Stelle erreichte die „ehrenwerten“ Fußballfreaks zum Ehrentage: „von Präsident zu Präsident“ gratulierte Ministerpräsident Johannes Rau Raimund Clemens zum Jubiläum und wünschte alles Gute für die nächsten Jahrzehnte „ehrenwerter Mitgliedschaft“.

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