Knisternde Spannung beim „Festival der Amateure“

Olpe/Meggen. Die Juroren des „Festivals der Amateure“ hatten am Sonntag abend keine leichte „Nuß zu knacken“, denn die Entscheidung, welche Gruppe an erster Stelle plaziert wurde und damit den Kinder und Jugendtheaterpreis 1991 gewann, fiel den Jury-Mitgliedern schwer. 15 Amateurgruppen hatten sich am Wochenende der Öffentlichkeit präsentiert und warteten bei den rhythmischen Klängen der Jazz-AG der Musikschule Lennestadt gespannt auf die Auswertung ihrer Darbietungen.

Als die Jury gegen 20 Uhr mit halbstündiger Verspätung endlich die Aula des Pädagogischen Zentrums Meggen betrat, wurde jedes einzelne Mitglied von den Kindern und Jugendlichen mit Beifall begrüßt. Die Aufregung stand allen, den Schauspielern, ihren Eltern und Lehrern, ins Gesicht geschrieben, als die Preisrichter auf der Bühne Aufstellung nahmen.


Landrat Hanspeter Klein, der die Preisverteilung vornahm, äußerte sich zur Verspätung: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Er wisse, daß die Jury zu einem guten Ergebnis gekommen sei. Vorab aber sprach der Landrat, der seit sieben Jahren die Schirmherrschaft über das Festival hat, allen Mitwirkenden ein großes Kompliment aus, denn das Festival habe ihm großen Spaß gemacht.

Wolfgang Hesse, Vorsitzender des Kreisjugendrings und Sprecher der Jury, betonte anschließend, daß nur die ersten vier Plätze ausgewiesen worden seien. „Es war sehr schwer auszuwählen. Wir haben uns sehr bemüht, die richtige Entscheidung zu treffen.“ Zunächst verlas Wolf gang Hesse alle Gruppen, die einen Preis von 200 DM und eine Urkunde gewonnen hatten. Hierzu gehörten die Teams der Realschule Wenden mit dem Stück „Damals war es Friedrich“ und die Gutenberg-Gemeinschaftsgrundschule aus Finnentrop für das chinesische Märchen „Der gelbe Storch“. Die Pfarrjugend Meggen wurde für das Stück „Die Maulwürfe“ ausgezeichnet. Besonders die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin wurde hervorgehoben. Ausgezeichnet wurde auch die TheaterAG der St.-Ursula-Realschule Attendorn für den „Tanz der Tiere“ aus „The Bremer Townfiedlers“.

Die TheaterAG „Elena und Gudrun“ erhielt für das selbstgeschriebene Stück „Ein Huhn ist doch kein Huhn“ ebenso 200 DM wie der Theaterkreis der Pfarrjugend Dünschede für sein Stück „Wacht auf ihr Menschen“ von Hubertus Hess.

Folgende Gruppen erhielten ein Preisgeld von 300 DM: Die Neuntkläßler dei Hauptschule Finnentrop für ihr Stück „Tempo“, die „Fröhlichen Spatzen“ aus Grevenbrück, die das selbstentwickelte Musiktheater „Traumreise“ präsentiert hatten und die Pfarrjugend Altenhundem für das Stück „Mülltonnenblues, Femgesehen“ vor Katrin Hüttendorfer. Als lustigstes Stück des Festivals wurde die Glosse „Ich glaub‘, ich steh im Wald“ dargestellt von der Theatergruppe „Windei“ der Hauptschule Wenden, nicht nur mit 300 DM, sondern auch mit dem „Zipfelmützenpreis“ ausgezeichnet. Die „Supereffekte“ der Gruppe „Black magic“ des Gymnasiums Maria Königin wurden ebenfalls belohnt. Bei dem Stück „Endlich Urlaub“ handelte es sich um eine selbstinszenierte Collage.

Den dritten Platz teilten sich die TheaterAG der Realschule Meggen und die CAJ Stachelau. Die 15 Spieler der Meggener Realschule wurde für „Die Welle“ ausgezeichnet, das längste und aufwendigste Stück. Das Thema „Leistungsdruck in Schule und Beruf“ stand im Mittelpunkt des multimedialen Musicals „Klaus lebt“, das die zwölf Spieler der CAJ Stachelau auf d Bühne brachten. Beide Gruppen erhielte für ihre hervorragenden Leistungen einen Preis von 500 DM.

Landrat Hanspeter Klein war es gelungen, das Preisgeld für den 2. Platz auf 900 DM aufzustocken. Dieses Geld ging an die Theater und Tanzgruppe „Nervensägen“ der Hauptschule Wenden für das Stück „Unter uns“. Zwanzig Spieler behandelten Vorurteile gegenüber Ausländern. Als besonders gelungen galten der letzte Tanz der Gruppe, der sich durch seine hervorragende Technik auszeichnete, sowie die sehr guten schauspielerischen Leistungen aller Mitspieler.

Wanderpokal überreicht

Jubel und Beifall waren groß, als endlich die Sieger bekanntgegeben wurden: Den jungen Akteuren der Attendorner Gemeinschaftsgrundschule St. Engelbert hatten die Juroren das Preisgeld in Höhe von 1000 DM zuerkannt. Zwei Mädchen der Gruppe nahmen strahlend den Wanderpokal aus den Händen des Landrats entgegen. „Alle Teilnehmer waren gut. Es war ein SuperFestival.“, unterstrich Wolfgang Hesse zum Abschluß der Veranstaltung.