Schüler lassen nicht locker

Von Kerstin Wördehoff
und Josef Schmidt
WENDEN. Der Widerstand gegen die geplante Versetzung des 48-jährigen Hauptschullehrers Egbert Plum von der Konrad-Adenauer-Hauptschule (KAS) weitet sich aus. Nachdem die Schüler bereits Montag Vormittag in der Schule gestreikt hatten (wir berichteten), ging der Protest gestern nun auch außerhalb der Schule weiter.
Knapp 90 Schüler zogen zunächst zum Wendener Rathaus, wo sie mit Bürgermeister Peter Brüser sprachen, rund 70 von ihnen weiter zum Olper Kreishaus. Auch die Elternvertretung erklärte, sich einschalten zu wollen.
„Wir wollen Plum“ und „Plum muss bleiben“ skandierten die aufgebrachten Schüler lautstark vor dem Eingang des Kreishauses und verlangten eine Stellungnahme von Schulrätin Ulla Barth. „Zwar hat sie sich gestern in unserer Schule blicken lassen, aber uns die Versetzung von Herrn Plum nie persönlich erklärt“, beklagten die Schüler. Darauf warteten sie zunächst vergeblich. Erst, als sich zwei Schülerinnen in das Gebäude der Kreisverwaltung wagten, war Ulla Barth bereit, ihnen persönlich die Ausweglosigkeit ihres Protests vor Augen zu führen: „Es lässt sich nichts ändern.“
Aber auch Eltern wollen die Entscheidung der Schulrätin nicht hinnehmen. Anne Noehl, 2. Vorsitzende des KAS-Fördervereins und Pflegschaftsvorsitzende der 10. Klasse, deren Klassenlehrer Plum ist: „Ein Jahr zuvor war die Klasse mit einem anderen Lehrer noch eine Problemklasse. Wenn die den Plum nicht bekommen hätten, wären die abgeschmiert.“ Plum könne den Unterrichtsstoff gut vermitteln, setze einen gewissen Rahmen, in dem sich die Schüler dann durchaus frei bewegen könnten.„Mehrere Lehrer gehen in den Ruhestand“
Noehl weiter: „Nach unseren Informationen gehen mehrere Lehrer in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Und Plum kann gut und gerne noch 15 Jahre hier unterrichten. Wir werden jetzt in der Schulpflegschaft genau überlegen, was wir tun können.“ Man solle lieber jemanden gehen lassen, der einen Zeitvertrag habe.
Den Protest der Schüler, unter denen sich auch ihre eigene Tochter befand, lobte Noehl ausdrücklich, auch, wenn die Schüler dafür unent-schuldigte Fehlstunden in Kauf nähmen: „Es ist wichtig, für Dinge einzustehen, ganz egal wie sie ausgehen.“
Plum, wohnhaft in Netphen und seit etwa 15 Jahren an der Schule, wollte gestern auf unsere Anfrage nichts zu seinem Fall sagen. Er sei zwar kein Landesbeamter, sondern Angestellter, aber dienstrechtlich gälten für ihn ähnliche Vorschriften – im Klartext: Maulkorb.
Schulrätin Ulla Barth hatte len eine Rolle, soll heißen: Gerade Plum könne man andernorts gut gebrauchen.
Hintergrund: Plum ist nicht nur beliebt, sondern auch vielseitig, unterrichtet zahlreiche Fächer. Studiert hat er Sport und Biologie, gibt aber auch Mathe, Physik, Chemie, Informatik und Technik.
Aber, so Barth, auch der Anfahrtsweg des Lehrers zu seiner künftigen Schule spiele eine Rolle. Und auch dieser die Versetzung Plums u. a. damit begründet, dass Klassenlehrer der Abschlussklassen eher für eine Versetzung in Frage kämen. Klassenlehrer unterer Klassen sollten ihre Schüler noch weiterführen können. Zudem spiele der Fächerbedarf an anderen SchulePunkt spreche für die Plum-Versetzung.
Peter Brüser erklärte, er wolle sich nicht in personelle Angelegenheiten der Schule mischen, habe den Schülern aber versprochen, sich für die Gesprächsbereitschaft der Beteiligten einzusetzen.