Erschienen in Siegener Zeitung am 6. März 2002 | | Print This Post Print This Post

hobö Gerlingen/Wenden. Schulamtsdirektor Karlheinz Kiese hat bei der Info-Veranstaltung der Wendener Frauen-Union (gesonderter Bericht auf dieser Seite) nicht zum ersten Mal über Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Einrichtung einer sonderpädagogischen Fördergruppe in der Hauptschule in Wenden gesprochen. Mehrfach erörterte er die Problematik mit Eltern und Lehrern. Die Komplexität der gesetzlichen Regelungen würden erlauben, ein „wochenfüllendes Thema“ daraus zu machen, erklärte Kiese in Gerlingen.

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hobö Gerlingen/Wenden. Michael Olberts, Leiter der Konrad-Adenauer-Hauptschule in Wenden, bekannte im Rahmen der Info-Veranstaltung der Wendener Frauen-Union, dass er der Einrichtung einer sonderpädagogischen Fördergruppe an „seiner“ Schule offen gegenüberstehe. Er habe aber als Leiter der Einrichtung die Mehrheitsentscheidung der Kollegen, Schüler und Eltern zu vertreten. Daher erläuterte er der Versammlung, warum die Schulkonferenz der Einrichtung der Gruppe nicht zugestimmt hat. So könnte je nach Anmeldezahlen die Bildung einer zusätzlichen Klasse notwendig werden, für die aber kein Lehrpersonal bereit stehe. Außerdem weise die Hauptschule in jeder Jahrgangsstufe Lernbehinderungen allgemeiner Art auf. Da werde schon sehr viel Integrationsarbeit geleistet. Die Hauptschule könne nicht „Mädchen für alles sein“, während sich Realschule und Gymnasien für solche Aufgaben nicht zuständig fühlten. Überdies gebe es im Kreis Olpe eine „der bestausgeprägtesten Sonderschul-Landschaften im Lande“. Man dürfe nicht außer acht lassen, dass es dort Fachleute auch für lernbehinderte Kinder gebe. „Wir müssen die Gesamtheit sehen und nicht wie Eltern ihr einzelnes Kind“, meinte Olberts abschließend.

hobö Gerlingen/Wenden, Mit einem gleichermaßen diffizilen wie sensiblen Thema haben sich noch in diesem Monat die Kommunalpolitiker in der Gemeinde Wenden zu beschäftigten. Es geht um den so genannten integrativen Unterricht. Der Wendener Gemeinderat muss entscheiden, ob an der Konrad-Adenauer-Hauptschule ab dem nächsten Schuljahr vier lernbehinderte Kinder unterrichtet werden. Lehnt der Rat und somit die Gemeinde Wenden als Trägerin der Hauptschule den Antrag ab, werden die vier Kinder aus Gerungen eine Sonderschule im Kreis Olpe besuchen müssen. Derzeit werden die vier Kinder in der Grundschule Gerlingen überwiegend im „normalen“ Klassenverband unterrichtet. Lediglich in einigen Fächern erhalten sie eine gesonderte Beschulung von der dafür ausgebildeten Pädagogin Doris Rinke.

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Gerlingen. Gemeinsames Lernen von behinderten und nichtbehinderten Schülern der Sekundarstufe I im sogenannten „Integrativen Unterricht“ war jetzt Thema vieler Pädagogen und betroffener Eltern lernbehinderter Schüler. Wie so etwas umgesetzt werden könnte – oder auch nicht – wurde bei einer Informationsveranstaltung in Gerlingen vorgestellt.
Unter der Leitung des Schulamtsdirektors der Sonderschulen des Kreises Olpe/Siegen-Wittgenstein, Karlheinz Kiese, und der Vorsitzenden Mechthild Voß von der Frauenunion Wenden diskutierte man über einen integrativen Unterricht an der Konrad-Adenauer-Hauptschule (KAS) in Wenden.
Dazu äußerte sich KAS-Schulleiter Michael Olberts: „Das Problem ist, dass bei lerndifferenziertem Unterricht bislang immer die Hauptschule angesprochen ist; doch sie kann bald nicht mehr helfen.“ Die Schulkonferenz setzt allerdings nicht auf Integration um jeden Preis. Die letzte Entscheidung liegt beim Rat der Gemeinde Wenden, der am 14. März zusammenkommen wird.
Die Realschule lehne diese Form sofort ab. „Wir aber werden uns nach dem politischen Willen richten, ein Konzept liegt aber noch nicht vor“ , so Olberts. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen seien erfüllt. Das größte Problem jedoch: „Es fehlen Sonderschullehrer“, nannte Kiese die Dinge beim Namen.
Ausschlaggebend für die Informationsveranstaltung im Haus Weber waren u.a. vier Kinder im integrativen Unterricht an der Gerlinger Grundschule, die an der Wendener Hauptschule weiterhin in dieser Form unterrichtet werden sollen. Die bisherige Lehrerin der Kinder würde die Pädagogen der Hauptschule durch ihre Lehrtätigkeit unterstützen .
Positive Erfahrungen mit dieser Art von integrativem Unterricht sammelte bislang vor allem die Hakemicke-Hauptschule in Olpe, an der dieses Projekt seit dem letzten Schuljahr praktiziert wird.