Lektion NICHT gelernt

Am Montag, dem ersten Tag nach unserer zweiwöchigen Herbstpause, begannen rund 150 Schülerinnen und Schüler der Klassen Neun und Zehn ihr dreiwöchiges Praktikum. Ihrem Praktikumsplatz waren sie bereits vor den Herbstferien zugeteilt worden. Jeder von ihnen war nach seinen beziehungsweise ihren Interessen befragt worden. Wo immer es möglich war, wurden die Schüler und Schülerinnen einer entsprechenden Firmen in der Region vermittelt. Es gab viele Berufsfelder, aus denen gewählt werden konnte. Für alle Schüler ist dieses Praktikum nichts Neues, da sie alle bereits ein oder zwei Praktika hinter sich haben. Mittels Praktika sollen Schüler eine Möglichkeit erhalten, einen Beruf gut kennen zu lernen, das typische Handwerkszeug zu sehen und die alltäglichen Berufsroutine zu erfahren. Außerdem lernen sie so Firmen kennen, bei denen sie sich für eine Ausbildung bewerben könnten und umgekehrt lernen Firmen junge Menschen kennen, die sie vielleicht einstellen könnten. Das Arbeitsleben unterscheidet sich von der Schule. Der Tag ist viel länger. Je nach Beruf kann man nicht sitzen, sondern muss den ganzen Tag lang stehen. Manchmal kann es langweilig werden, denn es gibt nicht immer etwas für die Praktikanten zu tun. Und manchmal müssen die Schülerinnen und Schüler Dinge tun, diese nicht gewohnt sind, und schmutzige oder unangenehmen Aufgaben erledigen. In der Vergangenheit war dieses bisher kein Problem. Die Schüler stellten sich den Herausforderungen immer. Dieses Jahr ist es allerdings nicht so. Heute, schon nach dem ersten Praktikumstag, hörten fünf Schüler auf. Wir sind nicht nur enttäuscht, sondern auch entsetzt, dass sie nicht die Ausdauer haben, durchzuhalten. Noch besorgniserregender ist, dass Eltern von Schülern dieses unterstützen. Gehört es nicht zu dem im Leben zu lernenden Lektionen, dass manche Dinge sich anders entwickeln als man es sich vorstellt? Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die mit Unterstützung ihrer Eltern aufgaben, haben ganz sicher die falsche Lektion gelernt. Das muss man leider so sagen.

On Monday, the first day after our two-week fall break, about 150 students of years nine and 10 began their three-week practical work experience. They were assigned their work placement before the fall break. Each of them had been asked what he or she were interested in. When ever possible students were placed accordingly in a company nearby. There were lots of professions to choose from. For all students the experience of work placement isn’t new because they already had one or even two work placements. Work placements are meant to offer students a chance to get to know a profession really well, to see what the tools of the trade are and to experience the day to day routine. Furthermore they get to know companies where they might apply for an apprenticeship and respectively companies get to know young people who they might be interested in hiring. Work life is very different from school. Hours are much longer. Depending on the job you can’t sit but have to stand all day long. Sometimes days might get boring because there isn’t something to do for student apprentices all day. And sometimes students have to do things that they are not used to, dirty or unpleasant things. In the past this wasn’t a problem. Students were always up to the challenges they faced. But not so this year. Today, already after the first day of work placement, five students quit. We are not only disappointed but also shocked that they don’t have the stamina to hold out. It’s even more worries some that parents of students support these moves. Isn’t it a lesson of life to be learnt that things might turn out different from what one imagined? Those students who quit with the support of parents have clearly learnt the wrong lesson, sorry to say.