Kirmestage 2008

Die Wendener Kirmes ist eine der größten Messen ihrer Art und sicherlich die größte Kirmes in der Region, Besucher lassen sich von den Tieren, Ausstellungen, Fahrgeschäften und abendlichen Veranstaltungen von weit weg anziehen. Die dreitägige Kirmes beginnt am Samstag, pausiert am Montag und hat am Dienstag, wenn Tiere vom Kaninchen bis zur Milchkuh prämiert werden, ihren letzten Tag. Es gibt viele Stände, die Sachen verkaufen und eine Vielzahl von Buden, wo es etwas zu Trinken und zu Essen gibt für die Menschenmengen (es sollen etwa 300.000 sein jedes Jahr in den letzten Jahren). Die Kirmes, welche sich (mindestens) bis 1841 zurückverfolgen lässt, gibt es dieses Jahr in ihrer 167. Ausgabe und sie füllt fast das ganze Zentrum des eigentlichen Wendens aus und weil es ein so großes Ereignis ist, haben die Schüler und Lehrer am Dienstag einen freien Tag, so dass sie die Unterhaltung, welche die zahllosen Attraktionen, wie das Riesenrad und die Achterbahn sie etwa bieten, genießen können. Weitere Infos finden sich unter Wenden, Historie. (Danke an Thomas Messinger für den Hinweis per Mail.)

Wenden Country Fair is one of the biggest fairs of its kind and certainly the largest fair in the area. Visitors are drawn by the animals, displays, carnival rides and the nightly events from far away. The three day event starts on Saturday, has a break on Monday and has its final day on Tuesday when farm animals from rabbits to dairy cows are judged. There are lots of stalls selling goods and numerous stalls feeding and watering the crowds (said to number about 300.000 each year for the last years). The country fair which dates back to 1841 and is in its 167th year fills nearly all of the center Wenden proper and because it is such a big event students and teachers have a day off on Tueday so they can enjoy the entertainment offered by the countless attractions such as the ferris wheel and the roller coaster. There is more information about the fair at the Wenden homepage at Historie.

Historie

Ein Vierteljahrtausend Kärmetze
Historisches zur „Wendschen Kärmetze“ von Friedhelm Krause M.A.

Nur selten noch lässt sich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den heute als Volksfest gefeierten Kirmesveranstaltungen und den ursprünglichen jährlich wiederkehrenden Kirchweihfeiern herstellen.

Eine Ausnahme bildet die Wendsche Kärmetze, die sich seit 250 Jahren um das Anniversarium der Einweihung des Neubaus der Wendener Pfarrkirche St. Severinus entwickelt hat. Nach der Aufrichtung des Hoch- und Kreuzaltars wurde am 13. August 1752 die neue Kirche feierlich eingeweiht. Im darauffolgenden Jahr legte der damalige Kölner Weihbischof den Termin für das jährliche Kirchweihfest auf den Sonntag vor dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel fest.

Wie anderswo hat sich auch in Wenden am Sonntag des Kirchweihfestes ein Marktgeschehen um die Kirche herum entwickelt, bei dem sich die Bevölkerung mit allem Notwendigen versorgen konnte. Zum sogenannten Krammarkt gesellte sich später ein Viehmarkt, so dass in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Sonntag ein Kram-, am folgenden Montag ein Viehmarkt stattfand. Im Gegensatz zu anderen Märkten der Umgebung wuchs die Bedeutung des Wendener Viehmarktes, nicht zuletzt durch die seit 1841 eingeführte Prämiierung des vorgeführten Viehs. Ab 1855 wurden Kram- und Viehmarkt auf einen Tag, nämlich den dritten Dienstag im August zusammengelegt.

Nachdem zu Beginn der 1870er Jahre ein Marktplatz von der Gemeinde erworben worden war und der Landwirtschaftliche Lokalverein sofort nach seiner Gründung begonnen hatte, die Organisation der Tierschau in geordnete Bahnen zu lenken, nahm das Fest einen kontinuierlichen Aufschwung mit deutlichem Schwerpunkt auf dem Tierschaufest. Dessen Festordnung sah beispielsweise im Jahre 1913 vor, dass um 8.30 Uhr die Aufstellung der Tiere zur Prämiierung beginnen sollte, um 9.00 Uhr folgte die Wahl der Preisrichter. Für 9.30 Uhr war die Eröffnung der Generalversammlung der Lokalabteilung mit dem Vortrag des Zuchtinspektors Brüggemann über Schweinezucht im Sauerland vorgesehen. Prämiierung und Vorführung der mit Preisen versehenen Tiere plante man für 10.00 bzw. 11.30 Uhr. Der offizielle Teil des sog. „Vereinsfestes“ sollte um 12.30 mit dem Festessen im Arensschen Festzelt abgeschlossen werden, das von einem Konzert der städtischen Kapelle aus Siegen begleitet werden sollte. Als Beginn des Festballs war 16.00 Uhr vorgesehen.

Während diese Festordnung über Jahre hinweg unverändert blieb, hat sich das Angebot der anschließenden Kirmes im Laufe der Zeit erheblich ausgeweitet. Neben den Warenhändlern, die zunächst das Kirmesgeschehen eindeutig dominierten, und den Bällen in den verschiedenen Gastwirtschaften gab es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erste Karussells, Schießbuden, daneben Komödianten, Drehorgelspieler, Glücksräder und billige Jakobs. Mit dem zunehmenden Angebot an Schaustellungen wuchs der Zuspruch der Besucher. Leider liegen für die frühe Zeit kaum Zahlen über den Kirmesbesuch vor. In den letzten Jahrzehnten stieg aber sowohl die Zahl der Marktbeschicker als auch die der Besucher. Die Attraktivität konnte bis zur Gegenwart von Jahr zu Jahr durch neue sensationelle Fahrgeschäfte erhöht werden, was sich in Hunderttausenden von Gästen aus nah und fern ausdrückt, die die „Wendsche Kärmetze“ zum heute größten Volksfest Südwestfalens gemacht haben.

– Friedhelm Krause M.A. –

Quelle: Homepage der Gemeinde Wenden, Historie